- wenn fünf Chöre aus dem Reichtum der Gospelmusik schöpfen

Das Mütterzentrum Osterholz-Tenever e.V. wollte erneut, wohl zum 4.Mal nun, ein Benefizkonzert zugunsten seiner Projekte in Ghana auf die Beine stellen. Ein Brunnen war gebaut, ein Kindergarten rohbaufertig, ein Generator hatte übergeben werden können, dessen Anschluss allerdings noch einiger Mittel bedurfte. Dauerhafte Unterstützung bringt durchaus Erfolg. Ein Event in der Wiederholung wie jetzt geplant braucht Impulse.

Man tat sich mit der Evangelischen Trinitatisgemeinde Tenever zusammen! So blieb man im Quartier und war weiter für Tenever tätig. Und der frühere Kirchenraum der Gemeinde, heute vielfältig anders genutzt, erwies sich wie gemacht für ein Gospelkonzert.
Ob er je eine solche Musik gehört hat, so überschwänglich? Großartige Stimmen und Rufe der Shouter, dass man glaubte in Harlem oder auf einer fröhlich glaubenden Pazifikinsel zu sein, Melodiebögen wie in Spirituals, Rhythm and Drive durch Gitarre und Trommel: Praise the Lord!

Zu Beginn des Abends hatte jemand ganz nebenbei gesagt: Die Musik ist hier richtig! Und er hatte sicher auch den Raum gemeint: Ein im Grund- und Aufriss differenzierter Raum mit Sichtachsen zum Eingang für den Einmarsch der KünstlerInnen und in von der Halle abgetrennten Bereiche für Catering, landestypische afrikanische Speisen aus Ghana und Togo. Freundlich in den Farben bei kleinteiliger Beleuchtung (kleine „Wand“strahler selbst an den Stegen der hellen Leimholzbinder). Die Stimmung trug bis zum Schluss nach dreieinhalb Stunden derart, dass das von allen gesungene „Amen, Amen, Amen“ und „Oh happy day“ kein Ende nehmen wollten.  
Welche Projekte gefördert werden sollten, war in Redebeiträgen erläutert worden. Für die Restfinanzierung eines Generators zugunsten einer Grundschule in Abura-Dunkwa in Ghana fanden sich an diesem Abend großzügige SpenderInnen, sodass der Generator nun verschifft werden kann. Dem Mütterzentrum weitere zugedachte Spenden sollen in die Stabilisierung der örtlichen Infrastrukturen in Kokoben, Ghana, gehen. Für einen Hilfsfond in Lom Nava, Togo, warb ein Vertreter der Norddeutschen Mission. Nach Togo hat die Trinitatis Gemeinde Kontakt, die Norddeutsche Mission ist in Togo schon 1837 aktiv gewesen, 1959 hat sie ihre MitarbeiterInnen der Evangelischen Kirche in Togo unterstellt.

Heute geht es um eine Win-Win-Situation mit spirituellem und materiellem Reichtum auf der Waage.
Im Vorwege hatte das Schulzentrum Koblenzer Straße gearbeitet. Es überbrachte seine Spende - ebenfalls für den Sozialfond in Lom Nava. Großer Beifall!

Das Benefizkonzert „Bremen trifft Westafrika“ ist ein überzeugendes Beispiel für die von Dr. Pirkko Husemann im WK, im Gastkommentar vom 19.02.2016 skizzierte Kulturpolitik. Auch mit geringen Mitteln sollte versucht werden, großes Engagement auszulösen. Dass kulturelle Höhepunkte zustande kommen, die Menschen Abstand gewinnen lassen von einem oft belastenden Alltag. Unter diesem Aspekt ist auch die Beteiligung des WiN - Gebietes Tenever an den Konzertkosten mehr als gerechtfertigt.

Lebensfreude, Kraft und die Motivation, für andere etwas anzupacken, die waren an diesem Abend in Tenever zu Hause.

 

AB im Febr. 2016

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